Wundheilung - Wie entstehen chronische Wunden und welche Aufgabe haben die Gefäße?


Jede Wunde, die trotz sachgerechter Therapie keine Tendenz zur Heilung zeigt, wird als chronische oder schlecht heilende Wunde bezeichnet.

Typisch für chronische Wunden sind gelbliche, schmierige und/oder schwarze Beläge, die mehr oder weniger übel riechen. Der Hautbereich um die Wunde herum ist rot, geschwollen und schmerzhaft. Häufig nässen diese Wunden mehr oder weniger stark und können zusätzlich infiziert sein. Übertragen auf die Phasen der physiologischen Wundheilung verharren diese Wunden oft in der ersten Phase der Wundheilung - also der entzündlichen Phase oder Reinigungsphase.

Die Ursachen, die zu einer Beeinträchtigung der physiologischen Wundheilung führen können, sind:

·  Durchblutungsstörungen, zum Beispiel Venenerkrankungen, Arteriosklerose

·  Stoffwechselstörungen, zum Beispiel Zuckerkrankheit [Diabetes mellitus]

·  Wundinfektionen

·  Druckbelastung

·  Innerliche Erkrankungen wie Rheuma

·  Schlechter Ernährungszustand beziehungsweise Mangelernährung

·  Arzneimittel, die die Wundheilung beeinträchtigen können, wie zum Beispiel Kortison,

   blutgerinnungshemmende Arzneimittel

Dabei sind die häufigsten Ursachen für chronische Wunden Venenerkrankungen, Druckbelastung, Diabetes mellitus, Mangelernährung.
Die daraus resultierenden chronischen Wunden sind:

·  Offenes Bein, venös bedingtes Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris venosum)

·  Wundliegegeschwür (Dekubitus)

·  Diabetische Fußgeschwüre (Diabetisches Fußsyndrom)

Für eine ausreichende Versorgung aller Organe, das heißt auch der Haut als unserem größten Organsystem, sind die Blutgefäße verantwortlich. Während die Arterien für eine ausreichende Versorgung aller Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen sorgen, haben die Venen die Aufgabe, das Blut aus den verschiedenen Organen und Geweben abzutransportieren und weiter zum Herzen zu leiten.

Dafür besitzen die Venen im Inneren Venenklappen, die sich nur in Richtung des Herzens öffnen und dadurch einen Rückfluss des Blutes verhindern. Außerdem liegen die Venen in der Skelettmuskulatur, die für den Bluttransport als Muskelpumpen wirken: Bei jeder Bewegung werden die Venen zusammengedrückt und das Blut so Richtung Herz weiter transportiert.

Das Herz pumpt dieses Blut in die Lungen, wo es mit frischem Sauerstoff angereichert wird, dann wieder zum Herzen zurückfließt und vom Herzen in die Schlagadern gepumpt wird. Die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut in die Gefäßnetze (Kapillaren) aller Organe und Gewebe unseres Körpers.

Die Kapillaren sind durchlässig für Flüssigkeiten und kleinere Stoffe, das heißt hier können über das Blut zu den Organen transportierte Nährstoffe und der Sauerstoff abgegeben werden und Abbauprodukte sowie Kohlendioxid aus den Geweben aufgenommen werden.
Bei Venenerkrankungen wie zum Beispiel chronischer Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz, cvi) können die Venen den Rücktransport des Blutes zum Herzen nicht mehr voll erfüllen. Es kommt zu einem Rückfluss und zur Stauung in dem betroffenen Bein.  
(J&J Wound Management Newsletter Januar 2008)